Was tun bei einem Inkasso-Schreiben? Ruhe bewahren statt sofort zahlen
Das Wichtigste in Kürze
Ein Inkassoschreiben ist zunächst nur eine Zahlungsaufforderung, kein Gerichtsurteil. Verbraucher sollten die zugrunde liegende Forderung genau prüfen, bevor sie zahlen, da auch unberechtigte oder überhöhte Forderungen vorkommen.
Ein Brief von einem Inkassounternehmen im Briefkasten löst bei vielen erst einmal Stress aus. Verbraucherschützer raten jedoch: Ruhe bewahren und die Forderung sachlich prüfen, statt vorschnell zu reagieren.
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Was ein Inkassoschreiben rechtlich bedeutet
Ein Inkassounternehmen wird meist beauftragt, wenn ein Gläubiger eine offene Forderung eintreiben möchte. Das Schreiben selbst ist jedoch kein gerichtlicher Titel und begründet allein keine zusätzliche Zahlungspflicht über die ursprüngliche Forderung hinaus. Seit einigen Jahren gelten zudem gesetzliche Vorgaben, die vorschreiben, welche Informationen ein Inkassoschreiben enthalten muss – etwa der Grund der Forderung und die Auftraggeberin.
Forderung prüfen, bevor gezahlt wird
Verbraucherzentralen empfehlen, zunächst zu klären: Besteht die zugrunde liegende Forderung überhaupt, in welcher Höhe, und ist sie eventuell schon verjährt? Insbesondere bei unbekannten Vertragsabschlüssen oder überraschend hohen Nebenforderungen lohnt sich eine genaue Prüfung, da auch fehlerhafte oder unseriöse Forderungen vorkommen.
Wie man richtig reagiert
Bei berechtigten Zweifeln kann ein schriftlicher, begründeter Widerspruch sinnvoll sein – am besten per Einschreiben und mit Fristsetzung zur Stellungnahme dokumentiert. Bleibt die Forderung nach Prüfung bestehen, sollte gezahlt oder eine Ratenzahlung vereinbart werden, um weitere Kosten wie zusätzliche Mahngebühren zu vermeiden. Bei Unsicherheit hilft eine Beratung durch Verbraucherzentralen oder eine Rechtsberatung.
Hinweis: Dies ist eine allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei konkreten Inkassofällen empfiehlt sich eine individuelle Prüfung.
Verwendete Quellen & weiterführende Links
Häufige Fragen
Muss ich ein Inkassoschreiben sofort bezahlen?
Nein, zunächst sollte geprüft werden, ob die zugrunde liegende Forderung überhaupt berechtigt und in der geforderten Höhe korrekt ist.
Ist ein Inkassoschreiben dasselbe wie ein Gerichtsurteil?
Nein, ein Inkassounternehmen kann selbst keinen gerichtlichen Titel erwirken. Dafür ist ein separates gerichtliches Mahn- oder Klageverfahren erforderlich.
Was mache ich, wenn ich die Forderung für unberechtigt halte?
Ein schriftlicher, begründeter Widerspruch – idealerweise dokumentiert per Einschreiben – ist ein üblicher erster Schritt. Bei Unsicherheit hilft eine Beratung durch die Verbraucherzentrale.